Jedes Jahr werden mehr Server-Backups in der Cloud gespeichert. Laut eigenen Kundendaten von NovaBACKUP stieg die Nutzung von Cloud-Speicher für Backups zwischen August 2023 und August 2025 um 91,6%. Das ist nicht wirklich überraschend. Dank vieler Vorteile wie externer Datensicherung, skalierbarem Speicherplatz und Zugriff von unterwegs sind Cloud-Speicher eine solide Lösung für Backups.
Die eigentliche Frage ist nicht, ob Sie Cloud-Speicher für Server-Backups nutzen sollten (darüber können Sie hier mehr lesen), sondern welche Option Sie wählen sollten und was diese im Rahmen einer Backup-Strategie leisten können und was nicht. Nicht jede „Cloud" ist gleich, und der gewählte Speicher kann den Wiederherstellungsprozess genauso stark beeinflussen wie die Backup-Software selbst.
In diesem Blogbeitrag stellen wir die gängigen, für Backups relevanten Cloud-Optionen vor. Sie erfahren, worauf Sie vor der Implementierung eines Cloud-Speichers achten sollten und wann die Cloud allein nicht mehr ausreicht.
Der Begriff „Cloud-Speicher" wird für verschiedene Dinge verwendet und nicht jede Cloud ist gleich. Selbst im Zusammenhang mit Server-Backups gibt es verschiedene Optionen.
Welche Option am besten geeignet ist, hängt vom Budget des Kunden, den Compliance-Anforderungen sowie dem gewünschten Verwaltungsumfang durch den MSP ab. Die meisten Backup-Softwarelösungen für MSPs unterstützen die hier vorgestellten Cloud-Speicheroptionen, die mitunter sogar im selben Backup-Job ansteuerbar sind.
Mit dieser Option erhalten Sie den Cloud-Speicher vom selben Anbieter, der auch die Backup-Software bereitstellt. Auch die Abrechnung und der Support erfolgen über denselben Anbieter. Das heißt, wenn bei der Server-Wiederherstellung etwas schiefgeht, müssen Sie sich nur an eine Firma wenden, statt zwischen Backup-Anbieter und separatem Speicheranbieter zu vermitteln, die sich unter Umständen gegenseitig die Schuld zuschieben.
Ein Beispiel hierfür ist die NovaBACKUP Cloud, die direkt an die Backup-Lösung angebunden ist. Zur Nutzung muss lediglich eine Region ausgewählt werden. Zugangsdaten zur Einrichtung werden nicht benötigt. NovaBACKUP Cloud verschlüsselt die Daten bei der Übertragung sowie am Speicherort mit einer AES-256-Verschlüsselung. Die Rechenzentren befinden sich in Deutschland, den USA und Kanada. Die Kosten werden anhand der tatsächlich in der Cloud gespeicherten (komprimierten) Datenmenge berechnet und nicht anhand der Größe des für das Server-Backup ausgewählten Datensatzes.
Anbieter wie Amazon S3, Microsoft Azure, Backblaze B2, Wasabi und Impossible Cloud vertreiben Cloud-Speicher, die nicht an eine bestimmte Backup-Software gebunden sind. Die Hyperscaler AWS und Azure verfügen über die meisten Compliance-Zertifizierungen sowie über das größte Ökosystem. In der Regel fallen jedoch zusätzliche Egress-Gebühren an, die sich bei einer Server-Wiederherstellung bemerkbar machen können.
Wasabi und Impossible Cloud verfolgen einen anderen Ansatz. Beide sind S3-kompatibel und berechnen keine Egress-Gebühren, sodass die Kosten bei einer Wiederherstellung besser planbar sind. Impossible Cloud betreibt seine Rechenzentren ausschließlich in der EU, was für Kunden mit strengen Vorgaben zum Speicherort von Interesse sein kann. Unabhängig vom gewählten Cloud-Anbieter werden Speicher, Abrechnung und Support vom Backup-Anbieter getrennt gehandhabt. Das kann bedeuten, dass Sie bei einer fehlgeschlagenen Wiederherstellung zwei statt einem Support-Ticket aufmachen müssen.
Hier sehen Sie, wie Sie Cloud-Speicher eines Drittanbieters mit NovaBACKUP zu einem Backup-Job für Ihren Server hinzufügen:
Eine private Cloud oder ein selbst gehostetes Rechenzentrum sind Infrastrukturen, die ein Unternehmen selbst betreibt und sich typischerweise an einem separaten Standort und nicht im lokalen Serverraum befinden. Mit dieser Option haben Sie die meiste Kontrolle darüber, wo die Daten gespeichert werden und wer darauf zugreifen kann. Das ist vor allem für Behörden und andere streng regulierte Unternehmen relevant.
Der Nachteil ist, dass jemand diese Infrastruktur verwalten muss. Kapazitätsplanung, Redundanz, Patches und Desaster Recovery für den Cloud-Speicher selbst liegen vollständig in der Verantwortung des Betreibers. Für die meisten KMU-Kunden überwiegt der Aufwand die Vorteile, weshalb private Clouds und selbst gehostete Optionen deutlich seltener genutzt werden als die beiden anderen Varianten.
Ein Cloud-Speicher, auf den mehrere Nutzer zugreifen können und in dem aktive Dateien sowie gemeinsam genutzte Dokumente gespeichert werden, birgt das Risiko, dass die Daten versehentlich gelöscht oder durch Ransomware verschlüsselt werden. Cloud-Speicher, die für die alltägliche Nutzung vorgesehen sind, verfügen in der Regel außerdem nicht über die spezifischen Verschlüsselungs- und Aufbewahrungsregeln sowie die Unveränderlichkeit, die für Backups erforderlich sind.
Nutzen Sie den Cloud-Speicher, den Sie für Backups verwenden möchten, daher ausschließlich für Backups. So verringern Sie das Risiko, dass auch die Backup-Daten gelöscht oder verschlüsselt werden.
Ein synchronisierter Ordner spiegelt Änderungen in Echtzeit wider. Dazu zählen auch Änderungen, die durch Ransomware-Verschlüsselung oder versehentliches Löschen verursacht wurden. Ein Backup erstellt dagegen in festen Intervallen unabhängige Kopien. Eine ausführliche Gegenüberstellung von Server-Backups und Synchronisierungsdiensten finden Sie in unserem Blogbeitrag „Was soll das heißen? OneDrive ist kein Backup?"
Einige Cloudanbieter berechnen neben der monatlichen Speichergebühr zusätzlich Egress-Gebühren für das Herunterladen von Daten, das Stellen von Wiederherstellungsanfragen und das Aufrufen von APIs. Diese Gebühren scheinen auf den ersten Blick irrelevant, summieren sich aber schnell, wenn ein Kunde beispielsweise im Rahmen einer Wiederherstellung seinen gesamten Server auf einmal wiederherstellen möchte. Lassen Sie sich deshalb vor einer Entscheidung eine komplette Gebührenübersicht geben.
der Ransomware-Opfer erlebten Versuche, ihre Backups zu kompromittieren. Bei 57% dieser Versuche waren die Angreifer erfolgreich.
Sophos, 2024/2025
Die Unveränderlichkeit ist eine Backup-Funktion, die Ihnen dabei helfen kann, dieses Problem zu vermeiden und Ihren Server nach einem Ausfall wiederherzustellen. Auch als Objekt-Lock oder WORM bekannt, verhindert sie im Gegensatz zu einem herkömmlichen Versionsverlauf, dass ein Backup-Set für einen bestimmten Zeitraum verändert oder gelöscht werden kann.
In unserem Leitfaden zu unveränderlichen Backups für KMU erfahren Sie, wie sich unterschiedliche Ansätze zur Unveränderlichkeit auf Ihr Server-Cloud-Backup auswirken.
„Irgendwo in der Cloud" ist nicht ausreichend. Kunden mit Compliance-Anforderungen benötigen einen konkreten Speicherort. So schreiben beispielsweise die IT-Sicherheitsrichtlinien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach §390 SGB V die Verschlüsselung von Patientendaten bei der Übertragung und im Speicher vor. Die DSGVO geht noch weiter und legt fest, in welchem Land Ihre Daten gespeichert werden dürfen.
Stellen Sie sicher, dass Sie wissen, wo Ihre Daten gespeichert werden und ob der Cloud-Speicher alle relevanten Compliance-Anforderungen Ihrer Kunden erfüllt.
Mithilfe leistungsfähiger Plattformen können IT-Fachleute Speicher- und Backup-Aufträge über alle drei Cloud-Optionen, privat, öffentlich und die eines Backup-Anbieters, hinweg von einem einzigen Dashboard aus einsehen und verwalten, ohne sich für jeden Zieltyp in eine separate Umgebung einloggen zu müssen.
Dies ist besonders wichtig, wenn Sie einen Kundenstamm betreuen, in dem einige Kunden aufgrund bestimmter Regelungen eine private Cloud bevorzugen, während andere mit der Cloud zufrieden sind, die bei der Backup-Lösung mitgeliefert wird.
Unabhängig davon, für welches Cloud-Ziel Sie sich für Ihr Server-Backup entscheiden, gibt es noch einen weiteren wichtigen Faktor: Bandbreite.
Die Wiederherstellung von 2 TB Daten aus einem Cloud-Speicher über eine Standard-100-Mbit/s-Verbindung kann 45 bis 55 Stunden dauern, sofern die Backup-Lösung die gesamte Bandbreite nutzen kann. Dieser Wert ändert sich je nach Cloud-Anbieter kaum, da die Verbindung der limitierende Faktor ist.
durchschnittliche Downtime-Kosten für KMU mit weniger als 200 Mitarbeitern. Das summiert sich schnell, selbst bei einer Wiederherstellungszeit von nur 45 Stunden.
ITIC, Global Server Hardware, Server OS Reliability Survey, 2024
Eine reine Cloud-Lösung stellt außerdem einen Single Point of Failure dar. Fällt der Anbieter aus oder hängt während eines akuten Vorfalls ein Support-Ticket in der Warteschlange, haben Sie keine Ausweichmöglichkeit. Nur ein zusätzliches lokales Backup des Servers kann hier Abhilfe schaffen.
Das soll kein Argument gegen Cloud-Speicher sein, sondern vielmehr ein Argument dafür, sich nicht ausschließlich auf den Cloud-Speicher zu verlassen. Cloud-Speicher eignen sich zwar gut für die externe Datensicherung, sind jedoch nicht als schnelle Wiederherstellungsmethode für Ihren Server gedacht. Ein lokales Backup deckt genau das ab, was die Cloud nicht leisten kann.
Cloud-Speicher sind zwar ein wichtiger Bestandteil einer Server-Backup-Strategie, sollten aber nicht als Ersatz für die gesamte Strategie verwendet werden. Wählen Sie einen Speicherort, der zu Ihrem Budget passt und die Compliance-Anforderungen Ihrer Kunden erfüllt. Nutzen Sie ihn ausschließlich für Backups und lesen Sie das Kleingedruckte zu Egress-Gebühren und Unveränderlichkeit, bevor Sie sich auf eine Option festlegen. Kombinieren Sie den Cloud-Speicher anschließend mit einem lokalen Backup, da Kunden (verständlicherweise) fast immer schnelle Wiederherstellungszeiten erwarten.
Überzeugen Sie sich selbst davon, wie NovaBACKUP Server-Backups auf lokalem Speicher, in der eigenen Cloud oder bei Drittanbietern wie Wasabi und Impossible Cloud in einem einzigen Backup-Job absichert. Starten Sie einen kostenlosen Test und vergleichen Sie ihn mit Ihrer aktuellen Lösung.
Weitere Ressourcen
FAQ
Die Cloud des Backup-Anbieters ist direkt für diese Plattform eingerichtet. Einrichtung, Abrechnung und Support laufen über eine einzige Stelle. Drittanbieter wie Wasabi und Impossible Cloud vertreiben Speicher unabhängig und erfordern ein separates Konto und eine separate Abrechnung. Die Preisflexibilität ist real, aber eine fehlgeschlagene Wiederherstellung kann zwei Support-Kontakte statt einem bedeuten.
FAQ
Egress-Gebühren fallen pro Gigabyte an, das aus dem Speicher übertragen wird. Im laufenden Betrieb sind sie vernachlässigbar. Bei einer vollständigen Server-Wiederherstellung werden jedoch alle Daten auf einmal übertragen. Genau dann summieren sich die Gebühren schnell. Wasabi und Impossible Cloud berechnen keine Egress-Gebühren. AWS und Azure schon.
FAQ
Nein. Der Versionsverlauf speichert ältere Kopien, kann aber von jedem mit Kontozugriff gelöscht werden. Objekt-Lock und WORM-Richtlinien blockieren Änderungen für einen definierten Zeitraum, auch mit Administrator-Zugangsdaten. Ransomware zielt zuerst auf Konten mit erhöhten Rechten ab. Den Versionsverlauf übersteht das nicht. Unveränderlichkeit schon.
FAQ
Die Wiederherstellung von 2 TB über eine Standard-100-Mbit/s-Verbindung dauert 45 bis 55 Stunden. Der Engpass ist die Bandbreite, nicht der Cloud-Anbieter. Für KMU, bei denen Downtime im Schnitt 100.000 Dollar pro Stunde kostet, ist dieser Zeitrahmen ein geschäftliches Problem. Ein lokales Backup schließt diese Lücke.
FAQ
§390 SGB V schreibt Verschlüsselung bei der Übertragung und im Speicher vor. Die DSGVO legt zulässige physische Speicherorte fest und verlangt die Möglichkeit, Löschanfragen zu erfüllen. NovaBACKUP Cloud bietet Regionen in Deutschland, den USA und Kanada mit AES-256-Verschlüsselung. Impossible Cloud betreibt seine Rechenzentren ausschließlich in der EU. Die Bereitschaft des Anbieters, die erforderlichen Compliance-Vereinbarungen zu unterzeichnen, ist dabei genauso entscheidend wie der Speicherort selbst.
FAQ
Ja. Mit NovaBACKUP können Sie einen einzigen Job konfigurieren, der gleichzeitig auf lokalen Speicher und Cloud-Speicher schreibt, mit unabhängigen Aufbewahrungsrichtlinien für jedes Ziel. Lokale Kopien können schneller rotieren für schnelle Wiederherstellungen. Cloud-Kopien bleiben länger für Compliance oder Desaster Recovery. Ein Job deckt beides ab, ohne sie separat verwalten zu müssen.